Weiches Wasser ab Sommer 2020


 „Das Feedback ist positiv“, konnte Dielheims Bürgermeister Thomas Glasbrenner aus den Ortsteilen berichten. Die Bürger sagten, sie müssten kaum noch Kaffeemaschinen und ähnliche Gerätschaften entkalken – dank des seit August 2018 fließenden Bodenseewassers, das mit einem Härtegrad von 14 deutlich weicher ist als das derzeit noch im Hauptort Dielheim aus den Hähnen kommende Wasser (28 Grad deutscher Härte). Damit sich das ändert, wurde jetzt mit dem offiziellen Spatenstich der zweite Bauabschnitt zur Neuordnung der Wasserversorgung begonnen. Voraussichtlich bis Mitte 2020 wird gearbeitet, und auch wenn sich danach noch ein dritter Abschnitt anschließt, könne man schon dann „eine Vollversorgung machen“, erklärte Ingenieur Erich Schulz. Da ab diesem Zeitpunkt das Bodenseewasser mit dem aus dem eigenen Tiefbrunnen gemischt wird, soll sich der Härtegrad dann bei 18 einpendeln, „immer noch eine deutliche Verbesserung“, so der Bürgermeister.


Aktuell wird mit schwerem Gerät im Gewann Katterloch (zwischen der Autobahn und dem Gewerbegebiet) gearbeitet. Hier und auf freier Ackerfläche kommt laut Michael Glaser von der Baufirma Sartin (Landau) die Grabenfräse zum Einsatz, im Wald der Bagger. „Wir arbeiten vornehmlich auf Wirtschafts- und Waldwegen“, erläuterte Marc Sommer (Büro Schulz). Ungefähr 4,3 Kilometer an Wasserleitungen mit einem Durchmesser von 200 bis 250 Millimetern werden nach seinen Worten verlegt, parallel auch gleich Leerrohre für Kabel, es entstehen elf Stahlbetonschachtwerke, die unter der Erde den Druck mindern, die Leitung entlüften und entleeren und die Versorgungsstränge aufteilen. Neben der Leitung vom Hochbehälter bis zum Gewerbegebiet wird eine weitere vom Hochbehälter zum bestehenden Tiefbrunnen verlegt.


In einem Bereich greift man auf eine bestehende Leitung zurück, die dann im dritten Bauabschnitt ausgetauscht werden soll, da sie nicht ausreichend dimensioniert ist. Für diesen wird man laut dem Bürgermeister im Spätjahr die Zuschussmittel beantragen, „damit es nahtlos weitergehen kann“. Die Gesamtkosten für die Neuordnung der Wasserversorgung beziffert Glasbrenner auf knapp acht Millionen Euro, etwa ein Drittel wird über Zuschüsse finanziert: 2,7 Millionen hat der neue Hochbehälter gekostet, im aktuellen Bauabschnitt werden 1,9 Millionen verbaut. Das Regierungspräsidium hatte zunächst den Zuschussantrag noch abgelehnt, dann aber wegen nicht abgerufener Mittel kurz vor Weihnachten doch knapp 600 000 Euro bewilligt, sodass die Arbeiten jetzt etwas später als ursprünglich geplant starteten und auf zwei Abschnitte aufgeteilt wurden.


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Text: Rössler (wurde der RNZ entnommen)

Foto: Pfeifer

Letzte Änderung: 26.07.2019 10:08 Uhr