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Asiatische Hornisse: Nest dank neuer Spezialausrüstung erfolgreich entfernt

29.09.2026

Aktuelle Infos des Bezirksimkervereins Wiesloch

Imkerverein vor Haus mit neuem NestentfernerImkerverein vor Haus mit neuem Nestentferner
Mann bei der Entfernung eines Nests mit SpezialgerätMann bei der Entfernung eines Nests mit Spezialgerät

In St. Leon-Rot konnte vor kurzem ein großes Nest der Asiatischen Hornisse durch den Bezirksimkerverein Wiesloch erfolgreich entfernt werden. Erstmals kam dazu eine Spezialausrüstung zum Einsatz, die der Verein eigens angeschafft hatte.

„Jetzt im Spätjahr legen die invasiven Asiatischen Hornissen große sogenannte Sekundärnester an, die oft hoch oben in Bäumen und Dachgiebeln hängen und in denen bis zu 5.000 Tiere leben können“, erklärt Bernd Kerle vom Bezirksimkerverein Wiesloch. Gemeinsam mit Andreas Weis hat er sich zum zertifizierten Nestentferner ausbilden lassen und ist nun seit einigen Monaten in den Gemeinden rund um Wiesloch ehrenamtlich im Einsatz.

„Die Beseitigung der Nester ist deshalb so wichtig, weil aus einem solchen Sekundärnest mehrere hundert Königinnen hervorgehen können, die im nächsten Frühjahr dann eigene neue Nester gründen – ein Riesenproblem nicht nur für unsere Honigbienen, sondern für alle Bestäuber und damit auch für unsere Landwirtschaft“, erklärt Kerle. „Und auch ein Sicherheitsrisiko für die Allgemeinheit, denn in Nestnähe können die Tiere auch angriffslustig werden.“ Kinder der benachbarten Johannes-Diakonie hatten die Hornissen bemerkt. Der Betreuer verständigte das Ordnungsamt, das wiederum den Imkerverein informierte. Das Nest hing glücklicherweise nach außen gut sichtbar im unverglasten Fenster eines alten Dachstuhls.

Nachdem die örtliche Polizei die Straße abgesperrt hatte, konnten Bernd Kerle und Andreas Weis das Nest in ca. 6 Metern Höhe mit der neuen Spezialausrüstung fachgerecht entfernen: Mithilfe der sogenannten Velutina Steam EX, einem mobilen Dampferzeuger, führten sie über eine Lanze 180 Grad heißen Wasserdampf direkt in das Nest ein, das nach wenigen Minuten in sich zusammenfiel. „Die Methode ist tier-, menschen- und umweltschonend, weil die Hornissen völlig ohne Chemie in kürzester Zeit durch die Hitzeeinwirkung absterben“, erklärt Bernd Kerle. Außerdem reagieren die Tiere nicht aggressiv auf Wasserdampf, können dessen Ursprung nicht ausmachen und bleiben in Nestnähe. Die restlichen Tiere konnten anschließend mit einem über die Lanze verbundenen Sauger direkt am Nest abgesaugt werden. Nach guten anderthalb Stunden war das Nest entsorgt und die kleine Seitenstraße konnte wieder für den Verkehr freigegeben werden.

„Der große Vorteil dieser Ausrüstung besteht darin, dass wir mit der erweiterbaren Lanze bis zu 25 Meter in der Höhe arbeiten können, keinen Hubsteiger brauchen und uns vor allem selbst nicht in Gefahr bringen, weil wir mit viel Abstand vom Boden aus agieren können“, erklärt Andreas Weis. Am selben Tag hatten die beiden in Dielheim bereits ein Nest in 20 Metern Höhe in einem Baumwipfel entfernt und dabei die Ausrüstung zum ersten Mal im Einsatz getestet. Seit 2025 engagieren sich beide als Nestentferner und haben in den umliegenden Gemeinden bisher etwa 30 kleine Gründungsnester entfernt, die die Asiatische Hornisse im Frühjahr anlegt, bevor sie dann im Spätjahr die größeren Sekundärnester baut. 

„Wir sind sehr froh und dankbar, dass wir mit Andreas und Bernd zwei ausgewiesene Nestentferner im Einsatz haben, die einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Asiatischen Hornisse in unserer Umgebung leisten“, würdigt Peter Essert, Vorsitzender des Bezirksimkervereins Wiesloch, dieses wichtige ehrenamtliche Engagement. „Ganz herzlich bedanken möchten wir uns auch bei der Volksbank Kraichgau sowie bei allen Firmen und Privatpersonen, die uns mit ihrer Spende ermöglicht haben, die sehr teure, aber hochwertige und vor allem umweltschonende Spezialausrüstung anzuschaffen. Dank der Spenden konnten wir bislang zwei Drittel der Ausgaben decken. Wir sind daher auf weitere Spenden angewiesen, damit wir die für die Bürger kostenlose Entfernung von Nestern weiterhin in unserer Umgebung umsetzen können“, so der Vorsitzende des Imkervereins.

So können Sie helfen:

  • Halten Sie Ausschau nach dieser auffälligen Hornissenart mit dunklem Körper, gelb-orangem Hinterleib und gelben Füßen! 
  • Wenn  Sie Einzeltiere der Asiatischen Hornisse oder gar ein kugelförmiges Nest derselben beobachten, so melden Sie bitte Ihre Sichtung mit Foto auf der LUBW Meldeplattform (https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/asiatische-hornisse-melden ), die die Sichtung begutachtet.
  • Nach einer Verifizierung und Bestätigung durch die Meldeplattform kann das Nest durch zertifizierte Nestentferner entfernt werden. Kontaktaufnahme bitte über die Gemeinde Dielheim, Herr Schmitt, 06222 781-28, jakob.schmitt@dielheim.de.
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